Daoistische Etik und Dao Lehre 

 Dorf der Möglichkeiten – Zimmern e.V.

Lehrer

Ulrich Meinel

der DAO Weg, die Dao Lehre

Daoistische Etik 
Dao Lehre 
der DAO Weg

In Übereinstimmung mit dem Dao zu dauerhaftem und wahrem Glück

Daoistische Etik

Die ethische Lehre des Daoismus besagt, das die Menschen sich am Dao orientieren sollten. Indem sie den Lauf der Welt beobachten, in welchem sich das Dao äußert, können sie die Gesetzmäßigkeiten und Erscheinungsformen dieses allumfassenden Weltprinzips kennenlernen und weiter erforschen. Da sich das Dao im "Ziran", dem "von-selbst-so-Seienden", der Natur und den natürlichen Gegebenheiten, offenbart, steht es für Natürlichkeit, Spontaneität und Wandlungsfähigkeit, und der Weise erreicht den Einklang und die Harmonie mit dem Dao weniger durch Verstand, Willenskraft und bewusstes Handeln, sondern vielmehr auf mystisch-intuitive verbindende Weise, indem er sich dem Lauf der Dinge anpasst. Denn es gibt im Kosmos nichts, was fest ist: Alles ist dem ständigen Wandel unterworfen und der Weise verwirklicht das Dao durch Anpassung an das Wandeln, Werden, Wachsen und Entstehen, welches die phänomenale Welt fortwährend ausmacht.

In den Wandlungen der Phänomene verwirklicht jedes Ding und Wesen spontan seinen eigenen "Weg", sein eigenes Dao, und es wird als ethisch richtig erachtet, dieser Spontanität ihren Lauf zu lassen und nicht einzugreifen, "den großen Fluß fließen zu lassen", also Wu Wei, "Nicht-Eingreifen" oder "Nicht-Handeln" im Alltag zu praktizieren. Die Dinge und ihr Verlauf werden als sich selbst ordnend und sich selbst in ihrer Natur entfaltend und verwirklichend angesehen. Es erscheint dem Weisen als sinnlos, seine Energie in einem stetigen Willensakt der Handlung (des Eingreifens in das natürliche Wirken des Dao) zu verschwenden, sondern das Tun sollte angemessen sein, durch eine Verwirklichung reinen und nicht selbstbezogenen Geistes, der geschehen lassen kann, ohne durch seine eigenen Wünsche und seine Ich-Begierden verblendet zu sein. 

Es wird also als klug angesehen, sich möglichst wenig in das Wirken des Dao einzumischen oder sich ihm gar entgegenzustemmen. Besser als durch große Kraftanstrengungen werden Ziele verwirklicht, wenn dafür die natürlichen, von selbst ablaufenden Vorgänge genutzt werden, die durch das Dao bestimmt sind. Dieses Prinzip der Handlung ohne Kraftaufwand ist eben das Wu Wei. Indem der Weise die natürlichen Wandlungsprozesse mit vollzieht, gelangt er zu einer inneren Leere, Ruhe und Harmonie. Er verwirklicht die Annahme und Vereinigung von Gegensätzen, denn das Dao, welches das Yin und Yang hervorbringt, ist die Ursache und Vereinigung dieser beiden. Somit verwirklicht der Weise im Einklang mit den natürlichen Prozessen den Dreh- und Angelpunkt der Wandlungsphasen von Yin und Yang, die leere Mitte der Gegensätze und das daraus fortwährend neu Entstehende. 

Das Daodejing liefert die Weltanschauung, die das Ideal des daoistischen Weisen blieb: Gleichmut, Rückzug von weltlichen Angelegenheiten und Relativierung von Wertvorstellungen sowie Natürlichkeit, Spontaneität und Nicht-Eingreifen. Nach daoistischer Auffassung führt nur die Übereinstimmung mit dem Dao zu dauerhaftem und wahrem Glück, während die Involviertheit in weltliche Angelegenheiten zu einem Niedergang der wahren Tugend (De) führt. Deshalb ist es ratsam, Gleichmütigkeit gegenüber Gütern wie Reichtum und Komfort zu erlangen, und sich vor übermäßigen Wünschen zu hüten. 

Unsere Mitwirkung an der Quelle Wikipedia im Januar 2008